
Nach 2 Jahren Pause bot Tauchsport Wave endlich wieder eine Tauchreise zum Fernsteinsee und Samerangersee an.
Da es sich hierbei um ein exklusives Taucherlebnis in kristallklaren und unter Schutz stehenden Seen handelt, waren die wenigen Plätze auch schnell belegt und wir machten uns auf die ca. 6h Anreise per PKW ins nördliche Österreich (nahe Füssen/Reutte).
Die beiden Seen liegen ca. 600m von einander entfernt in einem Tal direkt unterhalb der Fernpass-Bundesstrasse, kurz vor Nassereith in Tirol und befinden sich in Privatbesitz des Schlosshotels Fernsteinsee.
Das Hotel verfügt über hübsche und komfortable Zimmer, die gegenüber der Bundesstrasse mit doppelten Schallschutzfenstern ausgesprochen ruhig abgeschottet sind. Das zum Hotel gehörende Schloss wurde schön renoviert und hat z.Teil luxuriösen Charakter.
Das Tauchen im Fernsteinsee ist für Hotelgäste unreglementiert möglich und wird bereits nach dem Einstieg am Bootshaus zu traumhaften Unterwasserlandschaften, mit den immer präsenten Forellen und Saiblingen . Es gibt eine kleine Madonna mit Gedenktafel in 15m Tiefe und einige Baumstämme und Unterwasserpflanzen zu entdecken. Die Sicht liegt bei ca. 20 Metern und ist für Süsswasserbedingungen einfach gigantisch. Hin und wieder sollte man nach oben schauen und die Spiegelungen der Baumwipfel geniessen oder sich einfach einmal an dem Anblick eines Schwans oder eine Entenfamilie von unten erfreuen. Wenn man glaubt dass diese Bedingungen nicht zu toppen seien, irrt man jedoch sehr, denn die Steigerung ist ganz nah.....
600 Meter weiter über einen Feldweg zu erreichen liegt der Samerangersee, mit ca. 100 Metern Durchmesser eher winzig, aber unter Wasser ganz groß ! Die Sicht ist so gut, dass man glaubt durch den gesamten See hindurch sehen zu können. Das ist auch fast so. Nach dem Einstieg taucht man linker Hand am Ufer entlang und kommt an Baumstämmen vorbei, die völlig mit Algen überwuchert sind. Nach einer im Wasser liegenden Tanne an der sich noch die Zweige befinden steht ein Gedenkkreuz auf einem Fels, welches besonders in der Morgensonne phantastische Lichtspiele zaubert. Im weiteren Verlauf sieht man wieder Baumstämme, diesmal jedoch mit einer seltenen Schleimalge überwuchert, aber auch neuere Stämme, die noch völlig nackt, Mikadostangen gleich im Wasser liegen.
Fast ist man versucht darunter her zu tauchen, doch leider ist das Risiko der Grundberührung und damit der Sedimentaufwirbelung zu hoch, welche irreparable Schäden an der Unterwasserflora hervorrufen würden. Aufgrund der niedrigen Wassertemparaturen würden durch Sediment zugedeckte Pflanzen absterben und sich nur in vielen Jahren regenerieren. Nicht umsonst wurde dieser See, der zu den Top 10 (Lt. TAUCHEN) der Tauchplätze gehört von Biologen als schützenwertes Kleinod eingestuft.
Dieses Ambiente bot das ideale Umfeld für einen Kurs in digitaler Unterwasser-Fotografie(DUP), der von Tauchsport Wave seit kurzem angeboten wird. Dieser richtet sich an angehende und fortgeschrittene Unterwasserfotografen, die mehr aus ihren Bildern machen wollen und sich mit der Materie der Motivauswahl, der Bildgestaltung, der Fotografie und der Bildnachbearbeitung beschäftigen, um deutliche bessere Fotos, auch ohne teure Spezialausrüstung erzielen wollen. Die bei diesem Kurs entstandenen Bilder könnt Ihr hier sehen:
Zwischen den Tauchgängen, zu denen man sich in 60 Minuten Zeitfenstern einträgt, kann man herrlich relaxen und auf der Wiese ein Sonnenbad nehmen. Damit ist die Wartezeit zum nächsten Tauchgang angenehm zu überbrücken. Zu jeder Tageszeit zeigt sich der See in einem anderen Licht und dies zaubert neue Reflexe in das Wasser, so dass einem selbst nach vielen Tauchgängen noch nicht langweilig wird.
Am Abend genießt man dann die gute österreichische Küche, mit dem im Übernachtungspreis enthaltenen 5-Gänge Menü, das ausgesprochen freundliche und junge Serviceteam, sowie die Ruhe die sich nach dem abebbenden Durchgangsverkehr über die Seen hinweg ausbreitet, natürlich erst nachdem man sein Equipment im Trockenraum aufgehängt hat und seine Flaschen im Kompressorraum unterhalb des Hotels gefüllt hat.
Für Nichttaucher gibt es übrigens einige schöne Wanderungen vom Hotel aus: In 2h kann man z.B. zur Laurea-Hütte aufsteigen, oder mit dem hoteleigenen Mountainbike an den ausgeschilderten MTB-Routen seine Kondition testen. Damit ist auch an die mitreisende Familie gedacht.
Nach den herrlichen Tagen in der Natur fiel uns die Rückreise sehr schwer, aber was spricht eigentlich gegen eine baldige Wiederholung dieses romantischen Ausflugs.
ZUR DIASHOW>>>